Choreografie heute - Bewegungsgestaltung als soziale und performative Kunst

Das Aufnahmeverfahren für 2017/18 läuft Das Anmeldeformular finden Sie unter “Anmeldung und Aufnahmeverfahren”

Was ist zeitgenössische Choreografie? Bewegung – im Alltag, wie auch in der Kunst – ist immer Ausdruck sozialer Wirklichkeit und durch individuelle Selbst- und Weltverhältnisse geprägt. Wir gehen jedoch davon aus, dass Menschen, ungeachtet ihrer sozial-kulturellen, körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen, in der Lage sind, Bewegung zu gestalten. Diese Gestaltungsfähigkeit sehen und nutzen wir als Potential, um erlernte und sozial geformte Bewegungsmuster bewusst wahrzunehmen, zu erweitern und für kreative Gestaltungsprozesse in unterschiedlichsten Berufsfeldern nutzbar zu machen.

Warum diese Ausbildungsreihe?

Die Fortbildungsreihe „Choreografie heute“ vermittelt einen ganzheitlichen Zugang zu Bewegungslernen und Bewegungskomposition in heterogenen Gruppen. Dabei legen wir besonderen Wert auf das Erlangen choreografischer Gestaltungsfähigkeiten. Diese bilden eine flexible Grundlage, um Tanz und Choreografie als soziales Medium und kreatives Gestaltungsmittel in das persönliche Berufsfeld zu integrieren und in der Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichsten sozial-kulturellen Bezügen und individuellen Voraussetzungen anzuwenden.

Der Zugang der Fortbildungsreihe ist ein somatischer. Das bedeutet, vom Körper bzw. von leiblichen Erfahrungen auszugehen. Wir orientieren uns am individuellen Bewegungsvermögen und nutzen das persönliche Bewegungsrepertoire als Lern- und Erfahrungsgrundlage.

Alltagsbewegungen wie Gehen, Sitzen, Liegen, Strecken, Rennen, Drehen und Springen bilden die Basis für individuelle und gemeinsame Suchprozesse. Den Teilnehmenden wird ein geschützter Raum geboten, die eigenen authentischen (gegenwartsidentischen) Bewegungsimpulse und choreografischen Ideen zu formulieren und auszugestalten. Die Bewegungsrecherchen und Kompositionsprozesse sind innerhalb eines flexiblen Rahmens sozialer Bezugsthemen verortet, die es den Teilnehmenden ermöglichen, sich auch mit den sozialen und politischen Aspekten von zeitgenössischen choreografischen Prozessen auseinanderzusetzen.

Einsatzmöglichkeiten

Das choreografische Handwerkszeug ermöglicht den Einsatz einer fundierten, bewegungsbasierten Methodik und Didaktik in unterschiedlichen kreativ-kulturellen Bereichen sowie in Berufen, die im Umgang mit Menschen mit unterschiedlichsten sozial-kulturellen Bezügen und individuellen Voraussetzungen kreative Mittel zur Gestaltung von Ausdruck benötigen. Das gilt besonders für die theaterpädagogische Mitarbeit an Theatern, Schulen und weiteren kulturellen Einrichtungen, für die Leitung von professionellen und semiprofessionellen Performance- und Theatergruppen (Choreografisches, Tanz- und Bewegungstheater), von schulischen Theater- und Tanztheater-AG’s oder die kreative Bearbeitung von persönlichen und gesellschaftlichen Themen in sozialen Bereichen und im weiten Feld der kulturellen  Bildung.

“If the body I dance with and the body
I work and walk with are one and the same,
I must necessarily entertain the suspicion
that all of my body’s movements are,
to a greater or lesser extent, choreographed”.
Andrew Hewitt

Zielgruppe und Anforderungen

Die Fortbildungsreihe richtet sich an Menschen, die in tänzerischen, pädagogischen, psychosozialen, künstlerischen oder darstellenden Tätigkeitsbereichen arbeiten und sich einen Zugang zu Bewegungslernen und Bewegungskomposition in heterogenen Gruppen aneignen wollen. Tänzer/innen, Schauspieler/innen, Performer/innen wie auch Lehrer/innen, Pädagog/innen und Student/innen aus unterschiedlichsten Bezugsfeldern sind eingeladen, an der Fortbildungsreihe teilzunehmen, ihre Erfahrungen einzubringen und ihr Wissen über den „bewegten Körper“ zu vertiefen.

Freude und Neugierde an Bewegung, Motivation für das eigene Spiel und für das Vermitteln von bewegungspädagogischen Methoden sollten vorhanden sein. Wir wünschen uns Experimentierfreude, Flexibilität und die Bereitschaft zur Gruppenarbeit. Es besteht eine Verpflichtung für die vereinbarte Schulungsdauer.

Module und Termine

Die Fortbildungsreihe umfasst fünf Wochenend-Module und eine Intensivwoche, die inhaltlich aufeinander aufbauen. In der Intensivwoche werden die Themenschwerpunkte der einzelnen Module zusammengeführt und vertieft.

 

Termine für 2017/2018

Modul 1    14.10. bis 15.10.2017    KÖRPER mehr
Modul 2    02.12. bis 03.12.2017    RAUM mehr
Modul 3    24.02. bis 25.02.2018    ZEIT mehr
Modul 4    28.04. bis 29.04.2018    BEZIEHUNG mehr
Modul 5    09.06. bis 10.06.2018    MUSIK/SOUNDSCAPES mehr
Modul 6    27.07. bis 31.07.2018    KÖRPER/RAUM/IMAGE mehr

Lernziele und Methode

Der Schwerpunkt liegt auf Bewegungswahrnehmung und Bewegungslernen sowie dem Verstehen von choreografischen Gestaltungsprozessen, jeweils verknüpft mit sozialen/politischen Aspekten der Bewegung/Bewegungsgestaltung.

Daraus ergeben sich vier Lernziele, die miteinander verknüpft sind:

– Vermittlung und Ausbau von Fähigkeiten zur Bewegungswahrnehmung
– Kenntnisse über physikalische Prinzipien der Bewegungsausführung
– Kompositionsfertigkeiten zur choreografischen Bewegungsgestaltung
– Sensibilisierung für soziale/politische Aspekte von Bewegung/Bewegungsgestaltung.

und darüber hinaus

– Vertiefte Bewusstheit für Bewegung entwickeln und die Wahrnehmungssinne schärfen.
– Individuelle Ausdruckspotentiale innerhalb einer Gruppenarbeit entfalten.
– Physische und psychische Blockaden erkennen und abbauen.
– Einen differenzierten Umgang mit den Prinzipien Zeit, Raum, Kraft, Bewegungskompositionen entwickeln.
– Für den Umgang mit Musik und den Einsatz musikalischer Prinzipien sensibilisieren.
– Praktisches Verständnis von der Verwandtschaft zwischen Alltagsbewegung und Tanzkomposition entwickeln.
– Bewegungsbezogene sowie choreografische Spielleiterkompetenz erlangen.

 

Methodische Einflüsse

BEWEGUNG: Feldenkrais, Body Mind Centering, Ideokinesis, Bartenieff Fundamentals

KOMPOSITION: Bewegungslehre von R.v. Laban, Viewpoints von A. Bogart, Action Theatre von R. Zapora sowie Contact Improvisation

SOZIALE ASPEKTE: performative und biographische Theateransätze, Theater der Unterdrückten von A. Boal, Gruppendynamik aus Psychodrama & Gestaltpädagogik

Zeiten und Kosten

Die Gesamtstundenzahl der Fortbildungsreihe beträgt rund 130 Unterrichtstunden. Unterrichtszeiten sind samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 16:30 Uhr und wochentags (Intensivwoche) von 10 bis 17 Uhr. Abweichungen können z.B. in der Intensivwoche oder anhand von Theaterbesuchen vorkommen und werden frühzeitig besprochen.

Kosten: 1.550,- Euro / ermäßigt 1.250. Ermäßigung für Absolventen der Ausbildung Theaterpädagogik BuT Heidelberg.
Aufnahmeverfahren läuft.

Dauer:  9 Monate Teilzeit mit 5 Wochenendmodulen und 1 Intensivwoche, 140 Unterrichtsstunden

Qualifikation: Zertifikat »Choreografie heute«
Förderung: Bildungsprämie ESF. Noch nicht geklärt, ob eine Förderung anhand eines Bildungsgutscheins über die  Agentur für Arbeit möglich ist.
Beginn: Herbst 2017 
Ende: Sommer 2018

Anmeldung und Aufnahmeverfahren

Das Aufnahmeformular können Sie unten als PDF downloaden und ausgefüllt an uns zurücksenden.
Bitte legen Sie Ihrer Anmeldung eine Beschreibung bei, in der Sie begründen, warum Sie an dieser Fortbildungsreihe teilnehmen möchten. Ebenfalls bitten wir Sie, folgende Unterlagen beizufügen: Lebenslauf und Foto sowie Nachweise über berufliche Tätigkeit, tanz- und theaterbezogene und/oder pädagogische Praxiserfahrung (falls vorhanden).
In der Regel folgt nach der Einsendung des Aufnahmeantrages ein persönliches Kennlerngespräch oder die Einladung zu einem Aufnahmeworkshop.

Bitte füllen Sie zur schnelleren Bearbeitung Ihrer Bewerbung zusätzlich auch das digitale Anmeldeformular auf der Website aus (unten).

Sollten Sie Fragen haben, beantworten wir Ihnen diese gerne telefonisch oder per Email.

Downloads:
  1. Konzept, Kosten und Anmeldung 2017/18

Anrede

Name (Pflichtfeld)

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Geburtsdatum

Strasse (Pflichtfeld)

PLZ (Pflichtfeld)

Ort (Pflichtfeld)

Telefon Festnetz

Mobil

Schul- und Berufsabschluss

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Für welches Format möchten Sie sich bewerben?

Folgenden Punkten fügen Sie bitte Belege und Kopien bei:
Berufsabschuss und/oder Berufsähnliche Erfahrungen

Begründung der Teilnahme

Bisherige künstlerische und/oder pädagogische Erfahrungen

Hiermit bitte ich um eine Einladung zu einem Aufnahmeworkshop:
ja ich nehme teil!
(Die Workshopgebühr beträgt 30,00 Euro und wird nach der Einladung bzw. der Teilnahmebestätigung von mir auf das Konto der Heidelberger Volksbank: IBAN: DE27 6729 0000 0120975005, BIC: GENODE61HD1 überwiesen.)