“Verwoben – Verbunden – Verwachsen” – 15. Bürgertheater Waldshut

Das Bürgertheater Waldshut spielt am 548. Heimatabend Open Air in der Fußgängerzone
Über 100 Bürger auf der Bühne vor ca. 1.000 Zuschauern

Seit 15 Jahren inszenieren wir in Zusammenarbeit mit der Stadt und den ansässigen Gruppen und Vereinen die unterschiedlichsten Themen wie z.B. »Waldshut im Spiegel der Romantik«, »Lebenslust und Verbrechen«, Jahr »Heimat« oder wie in diesem Jahr »Waldshut-Tiengen«. Neben den Schauspielern, Sängern u.a. der Theaterwerkstatt Heidelberg wirken in der spannenden Inszenierung in einem spektakulären Open-Air-Ambiente Bürger und Stadtmusiker auf der großen Bühne in der Fußgängzone mit: Alt-Waldshut, Liederkranz, Frohsinn, Junggesellschaft 1468, Bürgerwehr Tiengen, Klettgau Kanoniere, Sportbogenclub Lauchringen, Stadtmusik Waldshut, Spielmannszug Waldshut, Schweizer Gruppen u.a. Das Textbuch, Konzept und die Inszenierung stammen aus der Feder der Theaterwerkstatt Heidelberg.

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Südkurier, Waldshut-Tiengen 21.08.2016 Foto: Michael Neubert

“Verwoben – Verbunden – Verwachsen” – Waldshut-Tiengen

Im Zuge der Verwaltungsreform in den 1970er Jahren geboren, teilt die Doppel-Stadt Waldshut-Tiengen zwar eine reiche gemeinsame Vergangenheit, doch die Barrieren und Vorurteile in den Köpfen der Bewohner der ehemals zwei Städte, sind bis heute nicht gänzlich verschwunden.

Der diesjährige Theaterabend des Bürgertheaters Waldshut widmet sich eben diesen wohl gehegten, aber längst obsoleten Ressentiments.

In einer Rahmenhandlung – die sich an das Romeo- und Julia-Motiv anlehnt – treten die Reibungspunkte nur allzu gut zu Tage und dürften auch im Publikum so manches im Geheimen gehegte Vorurteil entlarven. Darüber hinaus erwachen auf der Bühne historische Szenen zum Leben, die einerseits die gemeinsame Historie erzählen, andererseits aber auch Schlüsselpunkte für bis heute schwelende Konflikte darstellen. Aufgegriffen werden u.a. mittelalterliche Ereignisse rund um den in Tiengen ansässigen Raubritter Bilgeri, die zur legendären Besatzung Waldshuts durch die Eidgenossen geführt haben, ebenso wie die Protestbewegung Tiengener Bürger, die in den 1970er Jahren eigens vor dem Landtag in Stuttgart protestierten, da sie sich durch den Zusammenschluss der Städte übervorteilt sahen.

Anliegen ist es, durch ein fesselndes und unterhaltsames Spiel, schwelende Konflikte zu entlarven und neue Denkanstöße zu liefern, um so zu einem konstruktiven zukünftigen Miteinander zu finden.

Im Rahmen der Inszenierung wirken rund 70 Stadtmusiker gemeinsam mit ca. 100 Laiendarstellern aller Alters- und Herkunftsgruppen zusammen. Über einen Zeitraum von 5 Monaten wird die eigens erstellte Textvorlage geprobt und auf der für diesen Anlass  in der Fußgängerzone errichteten Freilichtbühne  umgesetzt.

Südkurier, Waldshut-Tiengen 21.08.2016 Foto: Michael Neubert

Südkurier, Waldshut-Tiengen 21.08.2016 Foto: Michael Neubert


Bürgertheater
Das Stück wird von der Theaterwerkstatt Heidelberg inszeniert. Autorin ist Babette Steinkrüger, Regie führt Wolfgang Schmidt, es gibt über 250 Mitwirkende. Öffentliche Hauptrobe: Donnerstag 17. August, 19 Uhr in der Kaiserstraße
Vorstellung: Samstag, 19. August, 20 Uhr, auf der Kaiserstraßenbühne. Der Eintritt ist frei.


Beitrag vom Südkurier (06.08.2017)

Beitrag vom Südkurier (22.08.2016)

Beim Heimatabend der 548.Waldshuter Chilbi drehte sich alles – ja – um die Heimat. Doch wer dabei an verstaubte Glückseligkeit denkt, der irrt. Sicher, der röhrende Hirsch zierte eine der beiden großen Multimedia-Leinwände der dreistöckigen Bühne mitten auf der Kaiserstraße, aber dies beinahe schon in aufreizend moderner Form. Und kaum hatten die 800 Gäste Platz und die Darsteller ihr Spiel aufgenommen, begann es in Strömen zu regen. Doch davon ließen sich weder Schauspieler noch Publikum irritieren.

<p><strong>Dauerregen:</strong> Das Publikum trotzte, gut geschützt mit ausgelegten Ponchos und mitgebrachten Regenjacken, dem Nass von oben, wie hier CDU-Vorsitzender Waldemar Werner.</p>
Dauerregen: Das Publikum trotzte, gut geschützt mit ausgelegten Ponchos und mitgebrachten Regenjacken, dem Nass von oben, wie hier CDU-Vorsitzender Waldemar Werner.

Und so war er dann auch, der Heimatabend des Bürgertheaters Waldshut mit Unterstützung der Theaterwerkstatt Heidelberg. Modern. Ohne dabei die eigenen Wurzeln zu verdrängen oder zu ignorieren. Es wurde eine mal heitere, mal nachdenkliche Reise durch die Geschichte der Stadt und ihrer Menschen und Menschen, die hier eine neue Heimat fanden. Und von Menschen, die zwangsweise nach Waldshut mussten, wie die Zwangsarbeiter der ehemaligen Lonza. Aber auch mit Menschen, wie Heinrich Ernst Kromer aus Riedern am Wald, die einst im fernen Amerika ihr Glück im Goldrausch suchten, dann aber gerne wieder in die alte Heimat zurückkehrten und glücklich wurden.

Von der biederen Stube in Waldshut mit dem glänzend aufgelegten Christian Ruch und der nicht minder begeisternden Margret Teufel aus, spann sich der Bogen zunächst in den Wilden Westen von Amerika (samt atemberaubender Überfahrt), zurück ins romantische Riedern am Wald mit der Hochzeit des Heimkehrers Heinrich Ernst Kromer, weiter in Waldshuts dunkle Seite der Geschichte (Lonza-Zwangsarbeiter) bis zu den alten Römern, denen Waldshut und Umgebung für gut 400 Jahre Heimat sein musste, als sie die Grenzen des römischen Reichs sicherten.


unter der Leitung von Theaterwerkstatt Heidelberg
Veranstalter: Bürgertheater Waldshut
Wo? Waldshut: Freilichtbühne Kaiserstraße
Wann? 19.08.2017 20:00 Uhr
Kosten: Eintritt frei

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