Wahlkurs: Unsichtbares sichtbar machen – Schauspielmethoden als Probehandeln

In diesem Workshop werden Imagination und Verkörperung aus der Schauspielmethode Michael Tschechows mit dem Szenischen Spiel nach Ingo Scheller verbunden. Ausgehend vom Handwerkszeug der Schauspielkunst entsteht ein Dialog zwischen Innen- und Außenwelt sowie zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die gemachten Erfahrungen werden im Sinne des kunstanalogen Coachings reflektiert und kontextualisiert. Das szenische Spiel dient dabei als körperlich-imaginativer Erfahrungsraum und als Methode der Supervision, in dem persönliche Erfahrungen durch Verkörperung, Imagination und spontane Spielsituationen erforscht und reflektiert werden.

Standbildarbeit und szenische Rekonstruktion verdichten innere oder erinnerte Situationen zu Spielszenen, die weniger der Darstellung als vielmehr der Erkundung von Probehandeln dienen. Das Erlebte wird anschließend achtsam, dialogisch und nicht wertend sprachlich vertieft.

Die imaginativ-körperbezogenen Methoden Michael Tschechows ermöglichen es, atmosphärische Bilder körperlich und emotional sichtbar zu machen und diese künstlerisch-kreativ zu reflektieren. Durch innere Monologe sowie die Wiederholung oder Variation von Szenen können sich Perspektiven, Wahrnehmungen und Haltungen verändern. Die Integration von Übungen aus den „Werkgeheimnissen der Schauspielkunst“, psychologischen Gesten, Imagination, Verkörperung und inneren Figurenbildern erweitert das Handlungsspektrum kunstanalogen Coachings.

Stephanie Gesse arbeitet seit 2014 als Gesundheits- und Pflegepädagogin (M.A.) im Bereich Fort- und Weiterbildung am Asklepios Bildungszentrum Wiesbaden. 2017 absolvierte sie die Weiterbildung „Spielleitung im Szenischen Spiel“ an der Hochschule Hannover. Von 2021 bis 2025 folgte die Weiterbildung „Theaterpädagogik (BuT)“ an der Theaterwerkstatt Heidelberg. In ihrer theaterpädagogischen Arbeit verbindet sie Methoden des Szenischen Spiels nach Ingo Scheller mit theaterpädagogischen und kunstanalogen Coachingansätzen. Inhaltlich beschäftigt sie sich insbesondere mit Kommunikation, Rollenverständnis sowie herausfordernden Situationen im Gesundheitswesen.

 

 

 

 



Wahlkurs: Moderations- und Feedbacktechniken in der Spielleitung

Methoden für einen starken Probenalltag und gelungene Vermittlung

Wie gestalten wir einen Safer Space, in dem sich alle Beteiligten sicher fühlen? Und wie entwickeln wir eine Feedbackkultur, die unsere Projekte und Spieler:innen nachhaltig stärkt? Souveräne Gruppenführung erfordert mehr als gute Regieideen – sie braucht Werkzeuge, die Struktur geben und ein wertschätzendes Miteinander ermöglichen.

Als Orientierung dient uns dabei ein Projekt-Zeitstrahl: Wir ordnen Moderations- und Feedbacktechniken den verschiedenen Phasen einer Inszenierung zu – von der ersten Ideensuche bis zur Premiere. Dabei blicken wir auch über die punktuelle Probenarbeit hinaus und betrachten Methoden, die im laufenden Theaterbetrieb sowie zur Gestaltung einer gesamten Spielzeit Anwendung finden. So wird unmittelbar klar, welches Tool wann sinnvoll eingesetzt werden kann, um den künstlerischen Prozess lebendig zu halten.

Inhalte und Schwerpunkte: Methoden-Verankerung: Vorstellung und Einordnung von Formaten wie dem 6-stufigen Moderationszyklus, der Themenzentrierten Interaktion (TZI) sowie Feedbackmodellen wie dem Johari-Fenster.

  • Bühne & Publikum: Praktisches Erproben von Vermittlungsformaten und Reflexionsverfahren für Theateraufführungen, die den Dialog zwischen Spiel und Zuschauenden öffnen.
  • Safer Space & Großgruppen: Strategien für eine wertschätzende Ansprache sowie die Vorstellung von Formaten, die auch in großen Gruppen Teilhabe und Transparenz sichern.
  • Digitale Schatzkiste: Nutzung eines begleitenden Padlets mit Materialien, Tools und Lesezeiten für den direkten Transfer in die eigene Praxis.In praktischen Übungen machen wir die Tools direkt im Raum erlebbar – so wird Theorie lebendig und ein unmittelbarer Transfer in die eigene Arbeitspraxis geschaffen.

Ute Wieckhorst GottUte Wieckhorst ist freischaffend in Theater, Film und Fernsehen sowie als Regisseurin und Theaterpädagogin tätig. Als Dozentin an der Theaterwerkstatt Heidelberg unterrichtet sie u.a. Workshopstrukturen, Projektplanung und Konzepte, Stanislawski-System und Methode, Theaterpädagogisches Beglerial am Theater, Methodik und Didaktik der Spielleitung.
Foto: © M. Eckert

 



Wahlkurs: Community Arts und Partizipation

In diesem Kurs setzen wir uns auseinander mit Partizipation im soziokulturellen Feld und zielgruppenorientierten Projekten. Die produktive Auseinandersetzung mit lokalen und globalen Themen mittels Kunst, das kulturelle Erleben der eigenen Stadt samt ihrer Facetten, die Einbindung der lokalen, regionalen Kunstszene und der Akteur*innen des gesellschaftlichen und sozialen Lebens sind wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Stadtentwicklung. Basale Projektarbeit und niedrigschwellige Angebote sind mittlerweile selbstverständlicher Teil der gesellschaftlichen Selbstermächtigung zur organischen Entwicklung einer Gemeinschaft. Die zeitgemäße, jedoch stets zielgruppenspezifische Beteiligung daran, d.h. vor allem auch von bis jetzt benachteiligten oder diskriminierten Gruppen sind zwingend notwendig. Zwei Tage lang erkunden wir gemeinsam gelungene Beispiele der Community Art und erproben gemeinsam die spezifischen Methoden. Für die Teilnehmer*innen des Kurses bieten wir sowohl theoretische als auch praktische Grundlagen an. Als Ergänzung stellen wir die organisatorische Hinweise bezüglich Projektmanagements von Communities orientierter Arbeit vor.

Bestandteil des Kurses ist ein Theaterbesuch am Samstag mit einer Einführung von Beata Anna Schmutz. Beginn: 16 Uhr, Dauer: 60 Minuten, Ort: Mannheim. Es werden Fahrgemeinschaften gebildet oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dann der Linie 5 in Mannheim. Untenstehend die Beschreibung vom Stück:

https://www.nationaltheater-mannheim.de/spielplan/a-z/brown-babys/

Beata Anna Schmutz, Regisseurin, Kulturvermittlerin, Leiterin des Mannheimer Stadtensemble am Nationaltheater Mannheim